INVENTUR

HENNING VENSKE & JOCHEN BUSSE
Akkordeon : Frank Grischek
INVENTUR
Venske & Busse
Aufgefordert, die Bestandsaufnahme unseres Landes, die Gesamtheit der uns gehörenden Einrichtungsgegenstände und Vermögenswerte einschließlich der Schulden zwecks Erstellung einer Bilanz durchzuführen, setzen die Zukunftsforscher Henning Venske & Jochen Busse ihren einzigartigen Dialog fort: unnachgiebig, uneinsichtig, unkonventionell und absolut unentschuldbar. Dieses Mal spannen sie ihren anarchistischen Gesprächsbogen von der Demokratieverdrossenheit der alten Griechen über den Gesellschaftsvertrag von Rousseau und die Besteigung aller Krisen-Gipfel bis zu den Wahlschlachten des Jahres 2009  und der daraus folgenden Abschaffung politischer Parteien durch sich selbst, und dabei ist ihnen kein Gedanke abwegig genug, um nicht gnadenlos verfolgt und dem allgemeinen Gelächter preisgegeben zu werden.
Frank Grischek am Akkordeon begleitet das Programm mit virtuosen  Intermezzi  und unbeschreiblich stoischem Gesichtsausdruck. 

„Die zwei sind nicht bloß graue Wölfe im Schafspelz, sondern offene Anarchisten, Bombenleger im Geiste. In ihrem Programm zünden sie ein intellektuelles Feuerwerk aus süffigen Bonmots, sarkastischen Spitzen und pointierten Mini-Sketchen.“ (TZ München)
       

Der Ehrenpreis des Deutschen Kleinkunstpreises 2010 geht an:
Henning Venske
und Jochen Busse!


       

Auszug aus der Begründung:
Damit zeichnet die Jury zwei legendäre Urgesteine aus, die aktuell, zusammen mit dem Akkordeonspieler Frank Grischek, ein quicklebendiges, hochspannendes politisches Kabarett machen – ebenso geistreich wie belebend. Zwei Profis, angriffsfreudige Satiriker und komödiantische Kabarettisten, produzieren Erkenntnis-Spaß für Kopf und Herz.




Auch die aktuelle Presse ist voll des Lobes über das aktuelle Programm INVENTUR:

Mit dem 68-jährigen Busse und dem 70-jährigen Venske haben sich zwei Typen gefunden, die sich perfekt ergänzen. Der eine cholerisch-verspielt, der andere nüchtern-sarkastisch, mischen sie einen Cocktail an, der hochprozentiger kaum sein könnte. Zwei Senioren machen vor, wie prickelnd politisches Kabarett sein kann.            
RHEINZEITUNG Mainz 14.10.2009


"Inventur" ist eine pikante und vor allem intelligente Mixtur aus gekonnt plattem Witz und bissiger Spitze, die zuweilen die Wucht einer schallenden Ohrfeige hat.                       
Allgemeine Zeitung Mainz 14.10.2009


Mit schnöder Wahlkampfschimpfe hält sich das Duo nicht lange auf, dafür holt es viel zu gern zum Rundumschlag gegen die Gesellschaft schlechthin aus - Inventur eben. Das anarchische Rededuell wird mit flotter Zunge geführt, böse Spitzen treffen beiläufig und sprachlich brillant.
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG München 25.09.09

Diese Satire-Senioren beweisen, dass Alter weder vor Weisheit noch vor Können schützt. Meisterhaft. 
ABENDZEITUNG München 24.09.09


So locker sah man die zwei Herren noch nie, so frei und spielerisch, so souverän im Umgang ihrer Mittel. Da darf nicht nur gelacht, sondern auch gedacht werden, denn künstlerischer Nährwert potenziert den geistigen Mehrwert.    
AUGSBURGER ALLGEMEINE Augsburg 25.09.09

Sie eifern nicht, wenn sie polemisieren. Sie hasten nicht, wenn sie zuspitzen. Langsam, doch gewaltig braut sich bei Henning Venske und Jochen Busse die Pointe zusammen. Die beiden Grandseigneurs des Kabaretts praktizieren die genüsslich-abgeklärte Art. Aus der Loge der Kabarett-Weisen werfen die früheren Mitglieder der Münchner Lach- und Schießgesellschaft ihren Spott und ihre Entrüstung nach unten in die Ränge, ganz wie die Muppet-Opas Waldorf und Statler.
Volkszeitung Leipzig 21.10.09





Volker Kühn zum Mitschnitt des Programmes

LEGENDE TRIFFT URGESTEIN

von und mit
HENNING VENSKE und JOCHEN BUSSE


           
Legendäres Urgestein hoch zwei

Was von uns mal bleibt, wissen die Götter. Allenfalls noch Archäologen. Sei's drum.
Ein Kulturerbe, so hört man zuweilen, soll bewahrt und weitergegeben werden. Wozu auch immer. Früher hat man Überliefernswertes in Höhlenwände geritzt, später dann in Grundsteinen vermauert. Als Nachrichten fürs Morgen und Übermorgen. Heute ist nicht mehr so klar, ob sie damit gesichert sind für die Nachwelt. Auf die herkömmliche Art der Überlieferung, diese Mund-zu-Mund-Propanganda zwischen den Generationen, ist, wie wir wissen, wenig Verlaß, wo Dummdödel-Barden und Nullsense-Blödels neuerdings in den Medien als Kabarettisten gehandelt werden und inzwischen riesige Mehrzweckhallen und ganze Fußballstadien füllen, um diese umweltschädigend zweckzuentfremden. Und Kabarett und Satire gleich mit. 
Was also tun? Dumm und dämlich dermaleinst in die Grube fahren, wo selbst die Hoffnung, sich zu Tode zu amüsieren, längst ohne jeden Schimmer ist? Kein Schummerlicht am Ende des Tunnels, wo hierzulande in drei Spaßgesellschaftsnamen allüberall munter auf die Bumsfallera-Pauke gehauen und längst auch öffentlich-rechts tumb banalfidelt wird, daß es die Journaille jubeln läßt und die Sau in uns graust? Keine Alternative in Sicht zu dem, was früher auf Butterschiffen zu Wasser gelassen  wurde, um den Umsatz von Rheumadecken, Schnabeltassen und Seniorenwindeln anzukurbeln? Das soll's gewesen sein, wenn morgen das Heute gestern sein wird? 
Gemach. Auch in der "Szene" gibt es immer wieder Entdeckungen zu machen, auch solche, die eigentlich gar keine sind. Bestenfalls Wiederbegegnungen der erfreulichen Art. Eine solche vermittelt dieses Programm, zu dem sich zwei Profis zusammengetan haben, die bisher bereits als Einzelkämpfer, jeder für sich, an der kabarettistischen Satire-Front erfolgreich ihren Mann gestanden haben: Busse & Venske. Diese Scheibe hält fest und dokumentiert, welch ein Zugewinn, welch künstlerischer Mehrwert entsteht, wenn die beiden nun also auch im Doppelpack zu haben sind.   
Wenn nämlich die Legende aufs Urgestein trifft, tut sich zusammen, was zusammengehört: Jochen und Henning, Sauer- und Pommernland, Kopf der Sieben Tage und Hamburger Rundumschlag, München und Hamburg, die Schmiere und das Studio B, Sesamstraße und Comedy-Ulk, Muppet-Spaß und Marx-Brother-Clan, Lach & Schieß. Das schaukelt sich hoch wie seinerzeit bei Neuss und Müller, und selbst ihrem Harpo, der gegen Mindestgage die blöde Miene zum grausamen Spiel aufzusetzen hat, ist nicht zu trauen. Denn Frank "Ivan" Grischek, der an seinem Akkordeon Halt sucht und findet, macht in den Verschnaufpausen, die keine sind, mehr als nur Musik dazu. Macht er in seiner stummen, aber tragenden Rolle doch zugleich auch klar, wie hierzulande mit Zukurzgekommenen umgegangen wird. Und das nicht nur zur Krisenzeit, nein, auch im Winter, wenn es schneit. Im Frühling, Sommer, Herbst sowieso. 
Die Wohlfühl-Ecke, in der es sich die beiden, Busse und Venske, auf der Bühne gemütlich einzurichten vorgeben, trügt. Da geht es schnell, glasklar und knallhart zur Sache. Pardon wird nicht gegeben, wo die Welt, in der wir leben, auf den Prüfstand kommt und gnadenlos auf den Widerspruch zwischen Anspruch und Wirklichkeit abgeklopft wird. Da wird der Stammtisch im Nu zum Tribunal, hier und da sogar zur Hinrichtungsstätte. Ein gefälliger Kaffeeplausch läuft anders ab. 
Das ist die frisch-frech-fröhlich-freieste Anarcho-Offensive in Sachen Kabarett, die es seit langem gab. Eine aus der uralten, ewig neuen Schatzkiste Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung. Eine, die Theobald Tigers Frage nach Haltung und Standpunkt – "Also wat nu: Ja oder Ja?" – für uns Leute von heute auf den Punkt bringt. Sie leisten Kärrnerarbeit, Legende & Urgestein, sie ackern wie die Berserker, fechten federleichtes Florett, sie holzen wie ein Rammbock, sie erledigen im Handumdrehen, was an Politikersprüchen schwergewichtig daherkommt und doch nur auf die Verarsche der Leute aus ist. Was dabei herauskommt, ist dies: Zwerchfell- und Hirnkitzel. 
Und was das Schöne daran ist: Es darf gelacht werden. Und was das Beste daran ist: Es darf gedacht werden. Und was das Wichtigste daran ist: Das immer mal wieder totgesagte Kabarett erweist sich hier als mopsfidele, quicklebendige Leiche. 
Pilgert hin, Zeit- und Leidgenossen, auch ihr, die ihr zu wissen glaubt, wie's geht: macht den beiden die Hütte voll, schaut ihnen aufs Maul, kopiert sie. Kuckt ihnen ab, wie man eine Pause setzt, die die Mutter aller Pointen ist. Kupfert bei den beiden ab, wie so eine Pointe abgefeuert werden will, damit sie ins Schwarze trifft – da, wo sie hingehört.  
Verschafft euch Zutritt zu einem Erkenntnis-Spaß der Extraklasse. Schaltet alle Sinne auf Empfang. Begeht geistigen Mundraub. Die Zeit braucht es. Sie braucht Satire. Sie schrie schon zu Tuchos Zeiten danach.  

Nehmt die Staffette auf und gebt sie weiter. Oder besser noch: Schießt diese Scheibe auf den Mond.  Oder sonstwohin ins All. Abrufbar für alle Zeiten. Und das möglichst schnell. Warum? Damit für nachfolgende Generationen, auch für denkbar mögliche, außerirdische Aliens, dieses Tondokument einfürallemal gesichert ist. Und überliefert bleibt, was das mal war, ist und sein kann: KABARETT. Mit hartem K am Anfang und hinten mit einem scharfen Doppel-T. Das ohne Wenn und Aber. Wortart eben.   

Hier ist Handwerk zu besichtigen. Weitersagen!    

©  VOLKER KÜHN